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Zeit ist, dass Sein sich ereignet (Gadamer)

Gebaute Architektur ist ein Zeitphänomen. Alles Existierende ist in Bewegung, verändert sich - und strebt, seine eigene Seinsweise auszuformulieren. Gebäude entstehen und entwickeln sich, passen sich verschiedenen Anforderungen an, altern, erneuern sich, verändern sich in der Zeit oder vergehen. Ein Gebäude, das sich entsprechend den Gegebenheiten neu hervorbringt, hat weitaus mehr Bestand als ein Gebäude, das zeitabweisend auf sich beharrt.

Die Geschwindigkeit von Entwicklung und Veränderung fährt schnell zu einem allgemeinen Gefühl von Haltlosigkeit, zu einem vermeintlichen Situationscharakter einer flüchtigen Wirklichkeit, die sich kaum gezeigt wieder verwandelt. Generative Architektur berücksichtigt die eigene Zeitlichkeit, bezieht Veränderung und Entwicklung ein - und bleibt gerade dadurch beständig.

An Architektur werden hohe Anforderungen gestellt. Wesentliche Fragen kommen zum Tragen. Soll Architektur der Zeit voraus sein oder in der Zeit Halt geben. Brauchen wir Menschen feste und wiedererkennbare Formen, um uns sicher zu fühlen. Oder brauchen wir mehr Variationen, mehr Spiel, um uns weiter zu entwickeln. Kann Architektur das Dilemma von Freiheit und Geborgenheit lösen. Mit unserem generativen Architekturverständnis versuchen wir, diese Fragen sinnvoll zu beantworten und individuell in gebaute Architektur zu übersetzen.

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